Anleitung zum Biergarten

Anleitung zum Biergarten

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Nirgendwo lässt sich die Sonne besser genießen als in einem Biergarten – vorausgesetzt, du kennst die örtlichen Gepflogenheiten. Zehn Überlebenstipps.

1. Am besten bestellst du kein „Bier“

In München nennen wir es „Helles“. Das untergärige Lagerbier ist besonders mild und spritzig. Die meisten Biergärten führen Bier von einer der sechs großen Münchner Brauereien: Augustiner, Hofbräu, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Paulaner und Spaten.

2. Sei vorsichtig, wenn du „Getränke für alle“ bestellst

In den Münchner Biergärten wird das Bier traditionell in einem Ein-Liter-Krug (Maß) serviert. Da ein voller Krug allein über zwei Kilo wiegt, werden Neulinge kaum mehr als drei Krüge tragen können. Kaum jemand könnte eine Runde für einen vollen Biergartentisch heben.

3. Bring dein eigenes Essen mit

Im 19. Jahrhundert begannen die Münchner Brauer, Bier direkt in ihren Brauereien auszuschenken. Damit dies nicht zu einer Rivalität mit den Gastwirten führte, erließ König Maximilian I. von Bayern 1812 einen Erlass, der den Ausschank von Getränken in Biergärten erlaubte, nicht aber den Verkauf von Speisen. Auch heute noch kann jeder, der einen Biergarten besucht, sein eigenes Essen mitbringen.

4. Rückt auf und macht Platz für Fremde

„Gemütlichkeit gehört in den Münchner Biergärten mindestens genauso dazu wie das Bier selbst – oder wie es in der Biergartenverordnung heißt: „Biergärten erfüllen wichtige soziale und kommunikative Funktionen“. Deshalb solltest du nachrücken, wenn noch Platz ist, dich mit deinem Vornamen vorstellen, aufeinander anstoßen und dich wie zu Hause fühlen.

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5. Die Ausnahmen bestätigen die Regel

Einige Ausnahmen von der Regel der Geselligkeit: Du kannst nicht einfach an einem der vielen Stammtische Platz nehmen; diese Plätze sind ein hart erarbeitetes Privileg. Nur wer ausdrücklich dazu eingeladen wird, darf an einem Stammtisch Platz nehmen.

6. Bitte nicht nach einem Fischmesser fragen

Der traditionelle Steckerlfisch wird mit den Fingern oder einem kleinen Holzspieß gegessen. Niemand braucht Besteck, um ihn zu essen – das gilt auch für den Obatzden (bayerischer Streichkäse), der direkt mit der Brezel gegessen werden kann und sollte.

7. Es ist unhöflich, allein zu trinken

Du stößt nur mit deinem Nachbarn an, bevor du den ersten Schluck trinkst? Damit kommst du vielleicht in Preußen durch, aber nicht im geselligen Bayern. Die Faustregel lautet: Wir stoßen zehnmal pro Krug an. Danach kannst du aber entscheiden, ob du deinen Krug für eine Weile abstellst oder sofort daraus trinkst.

8. Leere dein Glas nicht

Der letzte Schluck im Glas heißt auf Bayerisch „Noagerl“ – und für die Bayern ist das Glas genau da, wo es bleiben soll. Diejenigen, die es trotzdem trinken, werden „Noagerlzuzler“ genannt – und das klingt nicht nur wie eine Beleidigung, es ist auch eine!

9. Wasche deinen Krug

Zugegeben, das gilt eigentlich nur für den Biergarten im Hirschgarten, aber es ist auch eine andere wunderbare Münchner Tradition: Um dem Personal etwas Arbeit zu ersparen, gibt es Waschbecken, in denen die Gäste ihre Gläser ausspülen können, bevor sie nachschenken.

10. Respektiere die Sperrstunde

Egal wie mild und stimmungsvoll die Nacht auch sein mag, jeden Abend um Punkt 22:30 Uhr ertönt eine Glocke, die den Feierabend ankündigt. Wenn die Lichter spätestens eine halbe Stunde später wieder angehen, bedeutet das, dass für heute wirklich Schluss ist. Schließlich ist es am besten, mit einem guten Gefühl abzuschließen.

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